Nach einer Trennung verändert sich nicht nur das Leben der Eltern. Auch Kinder müssen sich in einer neuen Wirklichkeit zurechtfinden.
Besonders belastend wird es, wenn sie glauben, sich zwischen Mutter und Vater entscheiden zu müssen. Ein solcher Loyalitätskonflikt ist für Erwachsene nicht immer sofort sichtbar. Für ein Kind kann er zu einer schweren inneren Zerreißprobe werden.
Manche Kinder werden auffällig still, andere reagieren gereizt, aggressiv oder besonders angepasst. Sie erzählen einem Elternteil nicht mehr, was sie beim anderen erlebt haben, vermeiden positive Äußerungen oder beobachten genau, welche Antwort erwartet wird. Auch Bauchschmerzen, Schlafprobleme, Rückzug oder plötzliche Schwierigkeiten in Schule und Kita können Ausdruck der inneren Belastung sein.

Ein Kind braucht nicht zwei Eltern, die immer einer Meinung sind. Es braucht Erwachsene, die ihm erlauben, beide zu lieben, ohne Schuldgefühle tragen zu müssen.
Monique GerlachKinder wollen beide Eltern lieben dürfen
Kinder tragen die Beziehung zu Mutter und Vater in sich, unabhängig davon, wie die Partnerschaft der Erwachsenen geendet hat. Abwertende Bemerkungen über den anderen Elternteil treffen deshalb häufig auch einen Teil des Kindes.
„Du darfst Mama und Papa liebhaben."
Hilfreich sind klare Botschaften wie diese. Das Kind sollte nicht entscheiden müssen, wer recht hat, und nicht für das emotionale Wohlbefinden eines Elternteils verantwortlich sein.
Kein Bote, kein Vermittler
Besonders schwierig wird es, wenn das Kind Nachrichten überbringen, vermitteln oder berichten soll. Konflikte gehören auf die Erwachsenenebene, Übergaben sollten ruhig und verlässlich ablaufen.
Raum für gemischte Gefühle
Sprechen Sie respektvoll über den anderen Elternteil und verzichten Sie auf Verhöre nach den Umgangszeiten. Freude auf den einen Elternteil ist kein Verrat am anderen.
Wenn es festgefahren ist
Dann kann eine Familienberatung helfen, Paarebene und Elternebene wieder voneinander zu trennen. Oft ist das der Schritt, der dem Kind am meisten Entlastung bringt.
Beide lieben dürfen
Ein Kind braucht keine Eltern, die sich einig sind. Es braucht Eltern, die ihm die Liebe zu beiden lassen.

