Sie leben mit einem Partner zusammen, vielleicht mit seinen Kindern, Ihren Kindern oder beiden.
Eigentlich wollten Sie gemeinsam Familie sein. Und trotzdem fühlen Sie sich manchmal wie ein Gast.
Vielleicht haben Ihr Partner und seine Kinder gemeinsame Erinnerungen, Rituale und Insider. Vielleicht werden Entscheidungen getroffen, bei denen Sie sich nicht wirklich einbezogen fühlen. Oder Sie haben das Gefühl, dass alle ihren festen Platz haben, nur Sie nicht.
Dieses Gefühl ist in Patchworkfamilien gar nicht so selten.

Patchwork beginnt nie bei null
Es gibt schon Geschichten
Patchwork entsteht nicht auf einer leeren Fläche. Es gibt bereits Beziehungen, Bindungen und Geschichten. Ein Kind hat einen Vater. Ein Kind hat eine Mutter. Der Partner hat eine Vergangenheit. Und der neue Mensch im System muss seinen Platz erst finden.
Der Versuch, es zu verdienen
Dabei entsteht manchmal der Versuch, möglichst schnell dazuzugehören. Man übernimmt Verantwortung, organisiert, kümmert sich und versucht, alles richtig zu machen.
Zugehörigkeit entsteht nicht automatisch durch Leistung. Sie entsteht durch Beziehung.
Monique Gerlach
Nicht als Vorwurf, sondern als Beobachtung
Deshalb ist es wichtig, mit dem Partner darüber zu sprechen, wie Sie Ihre Rolle erleben.
Nicht als Vorwurf: „Du stellst deine Kinder immer über mich.“ Sondern beispielsweise: „Ich merke, dass ich manchmal nicht weiß, welchen Platz ich in unserer Familie habe.“
Fragen, die den Platz sichtbar machen
Diese Frage ist zentral.
Welche Entscheidungen treffen die leiblichen Eltern?
Welche Entscheidungen treffen Sie als Paar?
Wo haben Sie als neue Partnerin Mitspracherecht?
Welche gemeinsamen Rituale entwickeln Sie?
Wo dürfen bestehende Beziehungen bestehen bleiben, ohne dass Sie ausgeschlossen sind?
Jede Beziehung braucht ihren eigenen Platz
Eine gute Patchworkfamilie bedeutet nicht, dass alle Beziehungen gleich sind. Sie bedeutet, dass jede Beziehung ihren eigenen sicheren Platz bekommen darf.

